Cytomegalie

Was ist CMV?

Das Cytomegalievirus (CMV) gehört zu den humanen Herpesviren und ist weltweit in der Bevölkerung mit 40% bis zu 90% sehr weit verbreitet. Infiziert sich ein gesunder Mensch mit CMV, so verläuft die Infektion meist unbemerkt und ohne Folgen. Infiziert sich ein Baby während der Schwangerschaft im Mutterleib, kann dies zu schweren Schädigungen führen – oder völlig symptomfrei verlaufen. Was ist das für ein Virus?

Cytomegalie

Das Virus – Ein Überblick

Das Cytomegalie-Virus gehört zu der Familie der humanen Herpesviren.

Übertragung

Es wird von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt über Schmier- und Tröpfcheninfektion weiter gegeben. Die Übertragung kann durch Urin, Nasensekret, Tränenflüssigkeit, Blut, Speichel, Muttermilch und Genitalsekrete erfolgen. Die Transmission der infektiösen Körperflüssigkeiten kann durch Küssen, Sexualkontakte, Stillen oder durch Blutprodukte (Bluttransfusion) und Spenderorgane/-gewebe erfolgen.

Ansteckung

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung bis zum Ausbruch von Symptomen, beträgt ca. vier bis sechs Wochen.

Symptome

Eine CMV-Erstinfektion verläuft bei gesunden, immunkompetenten Menschen in etwa 80% der Fälle  ohne Krankheitssymptome. Rund 20% entwickeln nur leichte grippeähnliche Symptome.

In der vermeintlichen Harmlosigkeit des Virus liegt gleichzeitig seine Heimtücke. Jede Person mit CMV-Infektion kann auch ohne eigene Symptome Überträger des Virus sein. Nach einer Primärinfektion, Reinfektion oder Reaktivierung kann CMV längere Zeit über Urin, Speichel, Sperma und Vaginalsekrete ausgeschieden werden. Besonders Kleinkinder, die mit CMV infiziert sind, können dieses Virus über viele Monate nach der Infektion noch ausscheiden. 

Sehr gefährlich kann CMV werden, wenn das Immunsystem des infizierten Menschen geschwächt ist. Krebserkrankungen, HIV-Infektionen oder angeborene Immundefekte können die körpereigenen Infektabwehrfunktionen soweit behindern, dass CMV sich ungebremst ausbreiten kann. Auch ein Fötus, gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel, kann sich gegen CMV kaum zur Wehr setzen. Infiziert CMV das Ungeborene, so kann dies schwere Folgen für das Kind haben.

Langzeitverlauf

Einmal mit dem Virus infiziert, verbleibt dieser lebenslang im Körper – wie andere Herpesviren auch. Im Verlauf einer Erstinfektion wird CMV durch körpereigene Abwehrzellen und Antikörper zurückgedrängt. In seinem Latenzzustand findet man das Virus in blutbildenden Stammzellen und auch Abwehrzellen (z.B. Monozyten). In dieser Phase ist CMV oft nicht mehr in den Körperflüssigkeiten nachweisbar. Durch Schwankungen in der Funktion des Immunsystems kann es jedoch zur CMV-Reaktivierung aus dem Latenzzustand kommen und dann kann CMV auch wieder von Mensch zu Mensch übertragen werden.

%

der Deutschen tragen das Virus in sich

kostet ein Bluttest auf CMV

%

der infizierten Personen bemerken keine symptome

Wochen Inkubationszeit

der angeborenen Infektionskrankheiten

%

der Frauen, die sich in der Frühschwangerschaft mit CMV infizieren, übertragen das Virus auf ihr Baby

Diagnose

Wer ist gefährdet ?

Welche Auswirkungen kann eine CMV-Infektion haben?

Gesunder Mensch

Die CMV-Infektion verläuft bei einem gesunden, immunkompetenten Menschen in der Regel unauffällig und ohne Krankheitssymptome. In seltenen Fällen milde grippeartige Symptome, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit. Dies gilt in der Regel auch für reife Neugeborene und Kleinkinder, die sich erstmals NACH der Geburt mit CMV infizieren.

 

Patienten mit Grunderkrankung; Organtransplantation

Alle Erkrankungen (z.B. AIDS) oder Behandlungen (z.B. Chemotherapie), die das menschliche Immunsystem stark schwächen, können dazu führen, dass eine CMV-Infektion zu einer CMV-Erkrankung führt. Je schwächer das Immunsystem, desto schwerer kann der Krankheitsverlauf sein. Das betrifft insbesondere Empfänger einer Gewebe- oder Organspende, da ihr Immunsystem unter medizinischer Aufsicht dosiert geschwächt werden muss, um das Spenderorgan nicht abzustoßen (z.B. Herztransplantation).

Frauen in der Schwangerschaft

Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit CMV infizieren, weisen in der Regel (ca. 80%) keine Symptome auf und entwickeln selbst keine CMV-Erkrankung. Sie können aber Überträger des Virus auf ihr ungeborenes Kind sein.

Ungeborenes Kind

Eine CMV-Erstinfektion der Mutter kann auf ihr ungeborenes Kind übergehen. Die Übertragungswahrscheinlichkeit auf das Kind nimmt mit der Dauer der Schwangerschaft zu, wohingegen die Wahrscheinlichkeit einer CMV-bedingten Schädigung im Schwangerschaftsverlauf abnimmt. Besonders im 1. Schwangerschaftsdrittel kann es daher zu schwerwiegenden CMV-Symptomen kommen, wie z.B. Wachstumsverzögerung, Veränderungen an Gehirn, Lunge, Leber, Milz, Augen und Ohren. Eine Ultraschalluntersuchung kann diese Veränderungen ggf. aufzeigen. Das gilt auch für eine Reaktivierung einer latenten Infektion der Mutter, die im Allgemeinen in ihrer Auswirkung auf das Kind etwas schwächer ausgeprägt ist. Weitere Informationen über Auswirkungen für Kinder im Mutterleib gibt es auf der Seite „Schwanger mit CMV“.

Kontakt

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