CMV-Geschichten
Lina, 10 Jahre
Lina, 10 Jahre alt, CMV-symptomatisch. Das ist ihre Geschichte:
„Ich lebe in Österreich, wo der Test auf CMV in der Schwangerschaft keine Standarduntersuchung ist. Bei einem Organscreening in der 22. Schwangerschaftswoche wurde festgestellt, dass Lina zu klein war, besonders ihr Kopf. Daraufhin wurde ich in ein Krankenhaus überwiesen. Dort wurde festgestellt, dass die Ventrikel im Kopf bei Lina erweitert waren. Das sind Hohlräume im Inneren des Gehirns, die mit Hirnwasser gefüllt sind.m Krankenhaus wurde mir Blut abgenommen. Mir wurde gesagt, es sehe nach einer Infektion aus, ich hätte jedoch Antikörper.
Bei den folgenden Kontrollen kam heraus, dass sich Ventrikel, Gewicht und Kopfumfang verschlechtert hatten. In einem weiteren Krankenhaus wurde festgestellt, dass ich eine Reinfektion von CMV hatte. Ich hatte Antikörper, aber eine Mutation des Virus hat mich erwischt. Ähnlich wie bei Corona.
Daraufhin wurden ein MRT und eine Fruchtwasserpunktion gemacht. Ich wurde dann mit Immun-Globulinen behandelt. Leider zu spät! Das Ergebnis war, dass Linas Verkalkungen im Gehirn immer mehr wurde. Uns wurde gesagt, es gibt für Lina keine Hoffnung.
Wir hätten Lina bis zum letzten Tag (lt. Gremium) abtreiben dürfen und wurden mehrmals dazu aufgefordert. Es hieß, dass Lina taub & blind sein wird, nicht schlucken kann und nichts wahrnehmen wird. Mein Glaube hat mich darin bestärkt, diesen Weg nicht zu gehen und ich bin froh über die Entscheidung, ich denke ich hätte es wahrscheinlich nie verkraftet.
Lina ist untergewichtig 2 Tage vor dem errechneten Geburtstermin gekommen und hatte aber keinerlei Anlaufschwierigkeiten. Ich konnte sie stillen und sie hat sofort auf Stimmen reagiert. Heute ist Lina ein sehr glückliches, aufgewecktes Mädchen, das gut hört und sieht. Sie ist kognitiv unterentwickelt, versteht aber vieles und hat einen sehr großen Willen. Linas Motorik ist leider gleich null. Sie kann ihren Kopf nicht selbst halten und nur mit Hilfe greifen. Sie sitzt im Rollstuhl und hat Epilepsie, die wir mit Medikamenten gut im Griff haben.“

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