CMV-Geschichten

Valentin, 4 Jahre

Valentin, 4 Jahre, CMV-asymptomatisch. Das ist seine Geschichte:

Valentin CMV asymptomatisch

Ende 2019 hielt ich meinen positiven Schwangerschaftstest in der Hand, etwa neun Monate nachdem meine Tochter geboren wurde. Wir waren überglücklich und hatten alles genau so geplant. Diesmal entschied ich mich, den Test auf CMV (Cytomegalievirus) durchführen zu lassen, den ich bei meiner ersten Schwangerschaft nicht gemacht hatte. Im ersten Trimester war das Ergebnis negativ auf CMV, was mich sehr beruhigte. Auch im zweiten Trimester blieb der Test negativ. Doch im dritten Trimester war der Test plötzlich positiv – eine Spätinfektion.

Man sagte mir, dass eine Infektion in der Frühschwangerschaft seltener auf das Baby übertragen wird, während das Risiko bei einer späteren Infektion deutlich höher ist. Der Vorteil einer späten Infektion ist jedoch, dass das Kind fast vollständig entwickelt ist und in der Regel weniger Schäden davonträgt. Eine Therapie war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Nach der Geburt in der Uniklinik Tübingen wurde mein Sohn getestet. Einige Tage später erhielten wir das Ergebnis: Er hatte sich angesteckt und eine extrem hohe Viruslast und musste sofort in die Kinderklinik.

asymptomatisch, CMV Infektion erfahrung Berichte
asymptomatisch, CMV Infektion erfahrung Berichte

Es wurden MRT, Lumbalpunktion und Schädelultraschall durchgeführt. Nach dem ersten Schreck kam nach ein paar Tagen die Entwarnung: Kein Virus im Liquor sichtbar. Das bedeutete, dass keine antivirale Therapie notwendig war.

Mittlerweile ist er viereinhalb Jahre alt und hat zweimal im Jahr einen Hörtest in der HNO-Klinik, bisher ohne Auffälligkeiten. Bis zum Schulalter müssen wir jedoch regelmäßig zur Kontrolle, da sich bis dahin noch ein Hörverlust entwickeln kann.

Ja, ich hätte CMV googlen sollen. Aber meine Frauenärztin, die mich bereits bei meiner ersten Schwangerschaft betreut hatte, hat mich nie darauf hingewiesen, was CMV ist oder wie gefährlich eine Infektion für das ungeborene Kind sein kann. Dabei kann man so viel tun, um eine Infektion zu verhindern – eine kurze Aufklärung wäre schon ausreichend gewesen.

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